Naturstoffe

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Naturstoffe

Dies ist das letzte Subkapitel und der letzte Abschnitt dieses Kurses der Chemie “kostenlose Stufe”

Terpene

Terpene sind bestimmte Kohlenwasserstoffe mit verzweigten Methylgruppen, von denen sich spezielle Alkohole, Ether, Adehyde und Ketone ableiten und mehrheitlich in Blüten und Früchten vorkommen. Im Kapitel organische Chemie wurden bereit einige Beispiele erwähnt. Viele Terpene gehören zu den Duftstoffen. Auch zu schleimlösende Hustenkautabletten gehören zu den Terpenen, Beispiel Mentol. In der Farbindustrie wird Terpentin als Reinigungsmittel verwendet.

Steroide

Die Meisten Steroide sind Hormone und werden von Drüsen dem Kreislauf zugeführt. Steroide wirken aus als Katalysatoren, (Biokatalysatoren = Enzyme) um bestimmte Reaktionen im Organismus auszulösen. Dis Grundstruktur der Steroide besteht aus drei Sechsringen und einem Fünfring. Steroide unterscheiden sich durch Positionen von Alkyl, OH- und Keto-Gruppen.

Wichtigste Steroide im Überblick:

  • Testosteron, dient als wichtigstes männliches Sexualhormon.
  • Progesteron und Östradiol, sind die essentiellsten weiblichen Sexualhormone.
  • Costisol und Corticsosteron sind Hormone der Nebennierenrinden. Diese beiden Steroide bauen in der Leber Glycose von Glycogen ab.
  • Cholesterin dient als Botenstoff der Zellmenbran und ist neben Gehirn und Rückenmark vorallen im Gewebe vorhanden. 95% dieses Steroids befindet sich in Zellen. Als Abbausubstanz kommen überschüssige Mengen in Gallensteinen vor. Da Cholesterin vom Körper selbst produziert wird zu ca 90%, besteht die Gefahr, dass über tierische Nahrungsmittel zuviel davon eingenommen wird, was zu  Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose führen kann, weil sich dieses Hormon an den Aterienwänden absetzt. Da Cholesterin, ein polycyclischer Alkohol, erst seit Bestehen der Sauerstoffatmosphär und gemäss Forschungen nur dank Sauerstoff erzeugt wird, befindet sich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien kein Cholesterin

Ein weiteres Steroid, das in obiger Abbildung fehlt, ist Ergosterin. Durch Licht wird der 2. Ring dieses Steroidmoleküls, Ergosterin, geöffnet. Dabei entsteht Vitamin D (Siehe gleich unten). Ergosterin ist dem Cholesterin recht ähnlich. Ergosterin enthält zusätzlich 2 Doppelbindungen und 1 Methylgruppe.

 

 

Vitamine

Vitamine sind Co-Enzyme und übernehmen katalytische Funktionen im Organismus bei Mensch und Tier. Die meisten Vitamine müssen von Mensch und Tier regelmässig mit der Nahrung aufgenommen werden.  A- und L- Vitamine sind Terpene. D-Vitamine (Linolsäuren) dessen Überdosen zum Tod führen können, sind Steroide.

Vitamin C

Vitamin C (L-Ascorbinsäure, linksdrehend!) ist eine chirale Verbindung, welche im gesamten Pflanzen- und Tierreich vorkommt. Gemäss Linus Pauling synthetisiert eine Bergziege pro Tag 12 – 14 g Vitamin C, es entsteht in der Leber über eine 4-stufige Synthese: D-Glucose → D-Glucuronsäure → D-Glucuronsäure-γ-Lacton → L-Glutonsäure-γ-Lacton → L-Ascorbinsäure = Vitamin C. Das für die letzte Reaktionsstufe erforderliche Enzym, L-Gulonolacton-Oxidase, fehlt beim Menschen, einigen Affenarten, Meerschweinchen und Vögeln. Zurückzuführen ist das möglicherweise auf ein defektes Gen, das bei einer Mutation vor ca 60 Millionen Jahren stattgefunden haben soll. Vitamin C muss der Mensch somit von aussen beziehen.

Vitamin C ist äusserst instabil, vor allem der Sauerstoffring wird durch Licht und Hitze leicht zerstört. Da Vitamin C wasserlöslich ist, und somit einen Dipol hat, wird dieser Stoff schnell abgebaut. Deshalb kann man kaum genug davon einnehmen. Die empfohlene Tagesmindestdosis beträgt gemäss Michel Bontemps, Reuille Verlag, 60mg. Raucher sollten möglichst grössere Mengen an Vitamin C einnehmen, eine Zigarette vernichtet ca. 25 mg Vitamin C!

Wie bereits erwähnt, kann Vitamin C dank seinem Sauerstoffring, den Körper vor Infektionen durch Bakterien und Viren schützen. (Schnupfen, Grippe). Seine entzündungshemmenden Eigenschaften und die aktive Beteiligung beim Kollagenaufbau helfen der Wundheilung. Zudem kann Vitamin C zusammen mit anderen Antioxydanten wie Selen und Vitamin E den Alterungsprozess verzögern.

Natürliche Vitamin C-Lieferanten sind gemäss Michel Bontemps und Prof Toquet, Reuille Verlag, frisches Obst, namentlich schwarze Johannisbeere, Zitronen, Orangen, Grapefruits, Kiwi, Hagebutte und frisches Gemüse wie Rosenkohl, Brokkoli, Petersilie, Paprika und Kartoffeln.

Mangelerscheinungen von Vitamin C sind der Skorbut. Heute tritt diese Krankheit nur noch selten auf. Jedoch äussert sich eine Unterversorgung an Vitamin C durch Erschöpfungszustände, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Knochenschmerzen und erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.

 

Vitamin A

Vitamin A (Die Strukturformel finden Sie unter dem Subkapitel Kohlenwasserstoffe im Kapitel Organische Chemie) Vitamin A ist ein biologisches Abbauprodukt des Farbstoffs Betakarotin, das u.a. im Gemüse vorallem in Karotten vorkommt. Vitamin wird auch Retinol genannt, muss von aussen eingenommen werden und ist zuständig für den Sehvorgang. Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen. 

Im lebenden Organismus finden folgende Mechanismen statt, sehr vereinfacht:

Vitamin A, Retinol → trans-Retinal → cis-Retinal → Rhodopsin.

Die erste Isomerisierung zum trans-Retinal erfolgt mit dem Enzym, Retinol-Dehydrogenase. Der 2. Schritt zum cis-Retinal erfolgt mithilfe des Enzyms, Retinol-Isomerase. Beim letzten Schritt kommt ein Protein ins Spiel, das Opsin, (molare Masse ca 38000). Der letzte Reaktionsschritt führt zum Imin, Rhodopsin. Trifft nun ein Photon auf Rhodopsin erhält man das trans-Retinal wieder zurück. Bei diesem Vorgang in Picosekunden! entsteht ein Nervensignal, das als Licht wahrgenommen wird. Aus dem trans-Retinal ensteht erneut cis-Retinal und Rhodopsin.

Die Tagesdosis von Vitamin A beträgt lt Michel Bontemps, Reuille Verlag, 0,2 mg bis 0,5 mg und kann bis zur sechsfachen Menge eingenommen werden. Laut Michel Bontemps, Gesundheitsratgeber für die Familie, Reuille Verlag, Nyon, sollte die 6-fache Dosis nicht überschritten werden, weil sonst Vitamin A giftig wird. Überdosen von Vitamin A können Übelkeit, Haarausfall, Kopfschmerzen und Sehstörungen verursachen. Auch  Schwangeren und Nierenkranken wird empfohlen Vitamin A nicht in hohen Dosen zu konsumieren.

Vitamin A- Lieferanten sind neben Möhren, Karotten und Kohl vor allem Lebertran (Heilbutt) 1500 mg je 100 g Lebensmittel und Lebertran (Kabeljau) 22 mg je 100 g Lebensmittel. Des weiteren enthalten auch Schweins– oder Rindsleber, Sommerbutter, Käse, Eier, Nieren, Heringe und Kuhmilch Vitamin A.

 

 

Vitamine der B-Gruppe:

Natüliche Quellen aller B-Vitamine sind Bierhefe, Leber und ungeschältes Getreide. Vorsicht für Vegetarier bei Vitamin B 12, Cobalamin! gemäss Michel Bontemps enthalten pflanzliche Lebensmitteln kein Vitamin B12 und der tägliche Bedarf kann mit vegetarischer Ernährung nicht gedeckt werden. Allerdings ist im ersten Skript “Lange Leben” von Prof. Dr. Robert Toquet, Reuille Verlag, Versoix, Schweiz, nachzulesen, dass Vitamin B12 reichlich in Bierhefe vorhanden ist. Kleinere Mengen davon seien auch in der Kuhmilch und im Käse vorhanden. Alle B-Vitamine sind wasserlöslich.

 

Vitamin B1, Thiamin

Thiamin, ein organisches Salz, besteht aus einem Pyridin- und einem Thiazolring

Wie Vitamin C ist Thiamin wasserlöslich und muss deshalb täglich zugeführt werden, da es im Körper nicht gespeichert wird. Durch Kaffee- und Alkoholgenuss und Einnahme der Antibabypille kann Vitamin B1 gemäss Michel Bontemps, Reuille Verlag zerstört werden. Deshalb ist der Bedarf an Vitamin B1 bei diesen Gegebenheiten erhöht. Das gilt auch beim Rauchen und übermässigem Genuss von Süssigkeiten.

Bei Mangel können Verdauungsstörungen, Müdigkeit und Depressionen auftreten.

Vitamin B1 unterstützt das Nervensystem und stärkt die Gefässe des Kreislaufs. Thiamin kommt vorallem in Hefe, Weizenkeimen und ungeschältem Getreide vor. Der tägliche Bedarf beträgt lt Michel Bontemps für Erwachsene 1,5 mg Kinder 0.5 mg bis 1 mg

 

Vitamin B2, Riboflavin, 

An den heterocyclischen Dreiring, ein benzolanneliertes Pteridin (mit o-Xylol) ist ein Monosachharid, die Ribose gebunden. Riboflavin findet man in pflanzlichen und tierischen Gewebe, ist als Coenzym an der Zellatmung beteiligt und wirkt beim Kohlenhydrat-. Eiweiss- und Fettstoffwechsel. Gemäss Michel Bontemps ist Vitamin B2 wichtig für das Sehvermögen und die Haut und soll bei Zahnerkrankungen heilend wirken. Empfohlene Tagesdosis gemäss Michel Bontemps ist 1,6 mg, schwangere und stillende Frauen 2 – 10 mg. Da Riboflavin wasserlöslich ist, sind keine Vergiftungserscheinungen bei Überdosen bekannt.

 

 

Vitamin B3, Niacin oder PP 

PP bedeutet “Pellagra Preventing” was auf die Krankheit Pellagra zurückzuführen ist. Vitamin B3 kann aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan, Trp, im Körper selbst erzeugt werden. Der tägliche Bedarf beträgt gemäss Michel Bontemps 15 mg bis 20 mg Kinder 6 mg bis 8 mg. Überdosen ab 100 mg können zu Vergiftungserscheinungen führen: Juckreiz, Hautbrennen und Übelkeit.

 

 

Vitamin B5, Pantothensäure, Im Handel als Gelée Royal erhältlich

Vitamin B5 ist ein Stoffwechsel-Vitamin. Es verwandelt Fette und Kohlenhydrate in Energie, hilft bei der Bildung der Nebennierenhormone und wirkt Stress- und Müdikeitslindernd. Da dieses Vitamin am Aufbau der Antikörper beteiligt ist, fördert es auch das Immunsystem. Gemäss Michel Bontemps beträgt die Tagesdosis 10 mg, bis zu 100 mg können unbedenklich eingenommen werden. Vitamin B5 kommt ausser in Gelée Royal in der Natur recht häufig vor z.B.  in Honig, Milch, Eiern, Geflügel, Rindfleisch und Spinat.

Vitamin B6, Pyridoxin

Vitamin B6 gehört zu den Heterocyclen, es ist ein Aromat bzw ein Pyridin, das wasserlöslich und recht hitzebeständig ist, jedoch licht- und sauerstoffempfindlich.

Gemäss Michel Bontemps ist Vitamin B6 essentiell für Leute, welche oft Fleisch konsumieren. Pyridoxin entsteht in gewissen Mengen im Darm durch Darmbakterien und unterstützt die Aufnahme von Magnesium, Mg, und die Umwandlung der essentiellen Aminosäure Tryptophan, Trp, in Vitamin B3, Niacin. Gemäss Michel Bontemps ist dieses Vitamin für Frauen sehr wertvoll, da es Menstruationsbeschwerden, Überlkeit während der Schwangerschaft und unangenehme Nebenwirkungen der Antibabypille lindert. Pro Tag reichen gemäss Michel Bontemps 2 mg Vitamin B6. Bei Schwangerschaft und übermässigem Fleischkonsum, kann die Dosis pro Tag unbedenklich 250mg bis 500 mg betragen.  In der Natur ist Vitamin B6 reichlich vorhanden in Hefe, Eigelb, Leber, Nieren und frischem Obst.

 

Vitamin B7, Biotin (veraltete Bezeichnung Vitamin H)

Biotin spielt beim Eiweiss-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel eine essentielle Rolle. Deshalb wirkt Biotin gemäss Prof. Toquet gegen Haarausfall und gemäss Michel Bontemps auch gegen Akne, Ekzeme und weitere Hautkrankheiten. Natürliche Quellen sind neben der Bierhefe auch Eigelb, getrocknete Erbsen, schwarze Schokolade, Eigelb, Spinat und Erdnüsse.

Die Tagesdosis beläuft sich gemäss M. Bontemps 100 μg bis 300 μg.

 

Vitamin B9, Folsäure

Der Doppelring links ist ein Pteridin, ein 1,3,5,8-Tetraazanaphtthalin. Daran gebunden ist para-Aminobenzolcarbonsäure in der Mitte. Rechts davon befindet sich der Glutaminsäureteil (S-2-Aminopentansäure)

Bei der Folsäure gibt es ein Derivat, das strukturell mit ihr ähnlich ist. Das Methotrexat, es ist ein wichtiges Medikament bei der Chemotherapie von Krebs, das als Inhibitor bei Zellteilungsprozessen wirkt.

Gemäss Michel Bontemps schützt die Folsäure vor Darmparasiten und Vergiftungserscheinungen und verzögert zusammen mit Vitamin B5, Pantothensäure, die Bildung weisser Haare. Zusammen mit Vitamin B12 wirkt die Folsäure gegen Blutarmut. Michel Bontemps empfiehlt Folsäure besonders Schwangeren.

Empfohlene Tagesdosis laut Michel Bontemps 400 mikrogamm. Mangelerscheinungen sind Darmbeschwerden und Blutarmut.

Vitamin B10, para-Aminobenzoesäure, ein Aromat!

Vitamin 10 absorbiert im UV-Spektrum bei 289 nm = λmax und hat einen Extinktionskoeffizienten von 18600. Mit dieser Eigenschaft kann dieses Vitamin auch als Sonnenschutz^Lotion verwendet werden. Gemäss Prof. R. Tocquet ist Vitamin 10 für das gute Funktionieren der Drüsen unentbehrlich. 

Vitamin B11, Carnitin

 

L-Carnitin, ein Zwitter-Ion, ist linksdrehend und entsteht aus den beiden essentiellen Aminosäuren, Lysin, Lys und Methionin, Met im lebenden Organismus. Carnitin transportiert Fettsäuren zu den Zellorganellen bzw zu den Mitochondrien und ist für den Energiestoffwechsel zuständig. Der menschliche Körper nimmt Carnitin gemäss WIKIPEDIA aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hauptsächlich über Fleisch auf und wird auch als Fatburner verwendet. Da die beiden Aminosäuren Lys und Met von aussen eingenommen werden müssen, ist L-Carnitin auch im Handel (Drogerie, Grossverteiler) erhältlich. Im industriellen Prozess entsteht Carnitin durch Biosynthese mithilfe von speziellen Bakterien (Rhizobien).

Vitamin B12, Cobalamin, eine metalorganische Komplexverbindung mit Kobalt als Zentralatom.

Cobalamin (ein Corrin-Komplex) ist das einzige Vitamin das ein Metallatom enthält. Das Kobalt-Metall, Co(III), kann 2 Elektronen aufnehmen und wird zu Co(I) reduziert und wird dadurch sehr elektrophil. Co(I) kann wahrscheinlich dadurch leicht Alkylierungen eingehen. Gemäss James E. Huheey, Anorganische Chemie, kann Vitamin B12 nicht von Tieren gebildet werden und es tritt auch nicht in Pflanzen auf, wie oben bereits erwähnt. Es wird ausschliesslich von Bakterien synthetisiert.

Vitamin B12 unterstützt die roten Blutkörperchen und bekämpft Blutarmut. Laut Michel Bontemps beträgt die Tagesdosis 3 μg bis 6 μg, Schwangeren bis 1,1 μg. Man kann ohne Gefahr bis 50 μg Vitamin B12 pro Tag einnehmen. Obwohl relativ kleine Mengen ausreichen ist dieses Vitamin sehr wichtig. Ein Mangel kann zu Anämie (Blutarmut) führen.

 

Vitamin B 15, Pangaminsäure

Vitamin B15 – üblichere Bezeichnung: Pangamin- oder Pangamsäure, ein Ester von Dimethylglycin und Gluconsäure – ist ein Zwischenprodukt bei der körpereigenen Synthese der Aminosäure, Glycin.

Cholin → Betain → Pangamsäure → Sarkosin → Glycin

Ein interessantes Vitamin für Sportler, die sich Tagsüber abgespannt fühlen. Gemäss Michel Bontemps führt dieses Vitamin dem Gewebe Sauerstoff zu, indem es dem Organismus hilft energiereiches Glykogen abzubauen und optimal zu verwerten.  Ausserdem schützt Vitamin B15 gegen Umweltgifte.

Vitamin B15 wurde in Aprikosenkernen entdeckt. Beinmengungen von Pangamsäure befinden sich auch in Reiskleie, (oder unpoliertes Reis), Kürbiskernen, Sesamsamen und Kichererbsen gemäss WIKIPEDIA.

In den USA hat man sich seit mehreren Jahren an eine Tagesdosis von 50 μg festgelegt. Da jedoch Pangamsäure bzw Vitamin B15 der Körper selber herstellt, wird Sportlern bei Müdigkeitserscheinungen ein Arztbesuch empfohlen.

 

Vitamime, D, E, F und K sind fettlöslich

Vitamin D, Calciferol

Durch Photolyse (h*ν, h = plancksches Wirkungsquantum, ν = Frequenz, 1/s) von Ergosterin entsteht zuerst das Provitamin D und danach durch H-Verschiebung Vitamin DIm Winter, wo nicht nur die Tage kürzer sind sondern auch die schlechte Witterung das Tageslicht beeinträchtigt, kann ein erheblicher Vitamin D-Mangel entstehen.  Mangelerscheinungen sind Rachitis und Arthritis.

Allerdings kann gemäss Prof. Dr. Robert Toquet, Lange Leben, Reuille Verlag, Versoix, Vitamin D im Übermass eingenommen gar zum Tode führen! Es ist deshalb insbesondere bei diesem Vitamin Vorsicht geboten.

 Gemäss Michel Bontemps beträgt die Tagesdosis 400 IE (1 IE = 0.025 microgramm). Vitaminkapseln enthalten weniger als 100 IE Vitamin D pro Kapsel. Der Gefahr einer Überdosierung wird damit etwas entgegengewirkt.

 

Vitamin E, Tocopherol

Vitamin E wird durch ein Transportprotein (TTP) bevorzugt in der Leber gespeichert. Grössere Mengen kommen auch im Fettgewebe, in der Nebenniere, der Gebärmutter, den Hoden und in der Hirnanhangdrüse vor. Hauptfunktion von Vitamin E ist der Schutz von Gewebe und Zellen vor Oxidation bzw Zerstörung durch Sauerstoff. Gemäss Michel Bontemps soll dieses Vitamin den Alterungsprozess verlangsamen und gar Tumorerkrankung vorbeugen. Die Tagesdosis, die Michel Bontemps empfiehlt, beträgt für Erwachsene 30 IE bis 200 IE. (1 IE = 0.025 microgramm) 

 

Vitamin F, essentielle ungesättigte (mit Doppelbindungen versehene) Fettsäuren: Beispiele: Linolsäure, Gamma-Linolsäure, Linolensäure, Arachidonsäure, Eicosapentaensäure.

Mit Vitamin F werden die für den Organismus wichtigen Gewebshormone (Prostaglandine) gebildet. Diese Hormone wirken beim Aufbau der Zellwände und Muskeln und beugen Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Vitamin F verhindert auch Cholesterin-Ablagerungen in den Blutgefässen.

Die verschiedenen Öle des Vitamin F findet man vorwiegend in erstgepressten Pflanzenölen aus Sonnenblumenkernen und Weizenkeimen sowie Sojabohnen und Erdnüssen. Linolsäure ist vorallem in Nüssen und Avocado, Gamma-Linolsäure in Nachtkerzen- und Gurkenkrautöl und Linolensäure in Fischölen enthalten. Symptome eine Vitamin-F-Mangels sind ua brüchige Fingernägel. Bei erhöhtem Konsum von tierischem Fett sollte man gemäss Michel Bontemps vermehrt Vitamin F einnehmen.

 

Vitamin K, Koagulatsvitamin, fettlösliche Derivate des Naphtochinons: Vitamin K1 = Phyllochinon, Vitamin K2 = Menachinon, Vitamin K3 = Menadion

Vitamin K hilft beim Aufbau von Prothrombin im Blut und fördert damit die Blutgerinnung. Vitamin K wird daher vor Operationen und Entbindungen verabreicht. Darüber hinaus ist Vitamin K gut für die Knochen, es aktiviert das Knochenprotein, Osteocalcin.

Vitamin K1 findet man vorwiegend im grünen Blattgemüse und ist für dessen Photosynthese mitverantwortlich. Ein guter Vitamin-K-Lieferant ist auch das Fischmehl.

Da Vitamin K blutgerinnende Wirkung hat und somit zu Blutgerinnseln führen und die Blutgefässe verstopfen kann, ist eine Verabreichung bei Bluthochdruck und bei Krankheiten, die eine Blutverdünnung notwendig machen, nicht zulässig.

Ansonsten wird bei normaler Gesundheit gemäss Michel Bontemps eine Tagesdosis von 1 mg (Milligramm) empfohlen.

 

 

Alkaloide

Alkaloide sind heterocyclische Salze organischer Säuren und kommen in bestimmten Pflanzen vor. Wegen des Stickstoffs sind sie Basen. Bereits in kleinen Mengen eingenommen können Alkaloide physiologische Symtone wie Wohllust-,  Rauschgefühle oder gar Halluzinationen hervorrufen und finden als Genuss- und Rauschmittel Anwendung. Einige werden als psychische Heilmittel in entsprechenden Medikamenten (Psychopharmaka) eingebaut.

Zu den gemässigten erlaubten Alkaloiden zählen Coffein und Nicotin, zu verbotenen die Rauschgifte wie CocainMorphin und Heroin. Heroin ist der Ester des Morphins. Morphin darf nur medizinisch eingesetzt werden. Das meistbekannte Rauschmittel ist Cannabis (Tetrahydrocannabinol, THC aus der Hanfpflanze). THC ist kein Alkaloid, es enthält keinen Stickstoff.

Tödliche Alkaloide sind Strychnin und Brucin. Die lethale Dosis beträgt ca 5 – 10 mg/kg bei Tieren.

 

Lecithin

Ein Zwitterion besonderer Art ist das Lecithin, ein sogenanntes Phosphatid. Es besteht aus 3 Estergruppen:

2 Carbonsäureester und ein Ester aus Phosphorsäure als Anion und einem tertiären Amin als Kation. Lecithin ist ein Phospholipid. Lipide gehören zu den Wachsen und Fetten, sie sind nicht wasserlöslich. Da jedoch Lecithin aus einem polaren Phosphorsäureester mit tertiärer Aminogruppe (Kopfgruppe) und aus 2 unpolaren Carbonsäureestern (2 Schwanzgruppen) besteht, kommt es in wässriger Lösung zu Micellenbildung. Die Kopfgruppen sind mit Wasser solvatisiert, die 2 Carbonsäureester liegen im Innern der Micelle.

 

Lecithin kommt in der Zellmembran der Pflanzen und Tiere vor. Fast alle Zellen bestehen aus einer doppelschichtigen Membran. Bei den meisten Bakterien findet man kein Lecithin. Lecithin dient vorallem dem Fettstoffwechsel.

Gewonnen wird Lecithin vorallem aus Sojabohnen.

 

Literatur

  • K. Peter C. Vollhart, Organische Chemie, VCH Verlag GmbH, D-6940 Weinheim (BRD) 1988, 1990
  • Peter Sykes, Reaktionsmechanismen der Organischen Chemie, VCH Verlag GmbH, D-6940 Weinheim (BRD) 1988
  • Charles E. Mortimer, Das Basiswissen der Chemie, Georg Thieme Verlag Stuttgart . New York 1987 5. Auflage
  • Michel Bontemps, Der Gesundheitsratgeber für die Familie, Heilen mit der Kraft der Natur,  Reuille Verlag,  Grand-Montfleury 6,  CH-1290 Versoix 1995
  • Prof. Dr. Robert Tocquet, Lange Leben, Vollständiger Kurs für Gesundheit und Langlebigkeit, Reuille Verlag, Grand Montfleury 6, CH-1290 Versoix 1988

 

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